Porträt

Chorvita

Der Philharmonische Chor der Stadt Bonn wurde bereits 1852 als „Städtischer Gesangverein“ gegründet und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Als leistungsstarkes Ensemble ist er der Pflege des chorsinfonischen Repertoires seiner Tradition bis heute treu geblieben. Die Mitwirkung bei den städtischen Chorkonzerten unter der Leitung des Bonner Generalmusikdirektors sieht der Chor als seine Hauptaufgabe an. Darüber hinaus wirkt er häufig beim Internationalen Beethovenfest mit und gestaltet regelmäßig eigene Konzerte. Großer Beliebtheit erfreuen sich die im Sommer in Kammerchorbesetzung stattfindenden Benefizkonzerte und musikalischen Führungen auf dem Alten Friedhof in Bonn.

Ein besonderes Anliegen ist es dem Philharmonischen Chor,  Kinder und Jugendliche durch abwechslungsreiche Schülerprojekte an die Musik des klassischen Repertoires heranzuführen. Im letzten Projekt „Genesis – Die Schöpfung bewahren“ galt es für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sich in Bezug zur Schöpfung von Joseph Haydn dem Thema durch kreative Umsetzungen in Musik-, Theater- und Tanz-AGs und in eigenen Texten von verschiedenen Fachgebieten aus zu nähern.

Als musikalischer Botschafter der Beethovenstadt Bonn wird der Philharmonische Chor gerne zu Gastkonzerten im In- und Ausland eingeladen. Gastspiele in Köln, Dortmund und Düsseldorf  sowie Konzertreisen nach Japan, England, Frankreich, Belgien und in die Schweiz geben davon Zeugnis. Beim internationalen Lucerne Festival 2013 gab der Philharmonische Chor sein Debüt an der Seite des Philharmonia Orchestra London mit Roméo et Juliette von Hector Berlioz unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen. Im Juni 2022 trat der Chor anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Bonn und Oxford im Sheldonian Theatre mit der Chorfantasie und der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven mit dem Oxford Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Marios Papadopoulos auf. Bei seinen zahlreichen Auftritten hat der Philharmonische Chor mit namhaften Dirigenten wie Christoph von Dohnányi, Markus Stenz, Christoph Prick und Christian Arming sowie Spitzenorchestern wie dem Philharmonia Orchestra London, dem Gürzenich-Orchester oder dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège zusammengearbeitet.

Zu den Höhepunkten der musikalischen Arbeit in der jüngeren Vergangenheit zählt die sehr ergreifende und bewegende Aufführung des Requiem op. 63 von Charles Villiers Stanford. Mit diesem aus Solidarität mit der Ukraine gegebenem Benefizkonzert zur Unterstützung der notleidenden Bevölkerung in der Ukraine setzte der Philharmonische Chor ein Zeichen des Friedens und  für ein friedvolles geeintes Europa.
Der Chor übernahm den Chorpart bei einer Aufführung von Edvard Griegs selten zu hörender Schauspielmusik Peer Gynt op. 23 mit dem Beethoven Orchester Bonn unter der Leitung von Generalmusikdirektor Dirk Kaftan und unter Mitwirkung der zwei herausragenden Schauspieler:innen Sunnyi Melles und Matthias Brandt.
Und schlussendlich konnte der “Philchor” seinem Publikum nach pandemiebedingter Unterbrechung wieder zwei stimmungsvolle, auf die Weihnachtszeit einstimmende Konzerte mit Werken von Otto Nicolai, Felix Mendelssohn-Bartholdy, jeweils Vom Himmel hoch, und Josef Gabriel Rheinberger, Der Stern von Bethlehem, geben.

Seit 2016 ist Paul Krämer der künstlerische Leiter des Philharmonischen Chores Bonn. Er studierte Dirigieren bei Prof. Marcus Creed und Prof. Peter Dijkstra an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und schloss sein Studium mit Bestnote ab. Weitere Impulse erhielt er auf  internationalen Meisterkursen sowie in der Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Hartmut Haenchen, Nicholas Collon, Timothy Brown und Edo de Waart. Neben dem Philharmonischen Chor Bonn leitet Paul Krämer die Kartäuserkantorei in Köln, ist als Dozent für Ensemblegesang an der WDR Chorakademie tätig und übernimmt Gastdirigate bei verschiedenen renommierten Ensembles. 

Text: Frauke Dungs; Bildrechte: Christian Palm